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wer interesse oder infos hat (gerne auch leuten, die nicht auf lehramt studieren):
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Grundgedanke zu einer Reform der LehrerInnenbildung und -ausbildung
Arbeitspapier von KunstLALA
In den österreichischen Bildungsinstitutionen besteht dringender Reformbedarf. Die zuständigen Ministerien haben ExpertInnengruppen beauftragt Vorschläge zu einer Reform von Schule, LehrerInnenbildung und Dienstrecht zu erarbeiten. Dieses Arbeitspapier zeigt die Position einer aus Lehramtsstudierenden bestehenden Arbeitsgruppe, die sich mit Grundgedanken zur LehrerInnenbildung und -ausbildung auseinandersetzt. Die im Papier enthaltenen Aspekte stellen Ausgangspunkte bzw. Grundlagen für die Ausbildung in pädagogischen Berufen dar und bieten Orientierung für die Bewertung von Vorschlägen zur Reform der LehrerInnenbildung und -ausbildung, wie zum Beispiel die Empfehlungen der
ExpertInnengruppe zur LehrerInnenbildung NEU.
Der erhöhte Bedarf an LehrerInnen in den kommenden Jahren, sowie die geplante Umstrukturierung auf BA/MA-System lassen befürchten, dass sich angedachte Reformen daran orientieren möglichst “schnell und billig” genügend LehrerInnen zur Verfügung zu haben und nicht an einer möglichst hohen Qualität der Bildung und Ausbildung aller pädagogisch Tätigen. Diese Tendenzen lassen sich an den Empfehlungen der ExpertInnengruppe zur LehrerInnenbildung NEU ablesen: Der Master ist für eine
Lehrtätigkeit nicht verpflichtend, der zweijährige Turnus (voll bezahlt?!) wird/ist Teil der Ausbildung.
Die folgenden bewusst allgemein gehaltenen Grundgedanken beziehen sich auf die LehrerInnenbildung, -ausbildung und -weiterbildung. Die Reform der LehrerInnenbildung kann nicht getrennt von der Schulreform gedacht werden. Wir befürworten eine gemeinsame Schule für alle SchülerInnen der Sekundarstufe I und sprechen uns gegen ein 2-Klassensystem, sowohl in der LehrerInnenausbildung als auch im Berufsleben aus.
Für eine qualitativ hochwertige Bildung und Ausbildung aller pädagogisch Tätigen sind die erforderlichen Mittel bereitzustellen; unter anderem auch für ein Betreuungsverhältnis, das persönliche Betreuung und Rückmeldung, sowie Austausch in kleineren Gruppen und Reflexion gewährleistet.
Folgende Grundgedanken stellen unsere Anforderungen an eine Reform der LehrerInnenbildung und -ausbildung dar:
• Alle pädagogisch Tätigen in den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen (Kindergarten, Schulen, Hort usw.) brauchen gleichermaßen eine gute Ausbildung und qualitativ hochwertige Möglichkeiten zu Fort- und Weiterbildung. Wir fordern daher Bildung und Ausbildung auf hohem Niveau für alle pädagogisch Tätigen und eine Angleichung der Ausbildungsdauer auf mindestens 5 Jahre. Die dem jetzigen Ausbildungssystem zu Grunde liegende Annahme, dass unterschiedliche Altersstufen eine unterschiedliche Ausbildungsdauer erfordern (”je jünger die Kinder, desto kürzer die Ausbildung”) ist abzulehnen.
• Neben gemeinsamen Inhalten (s. nächster Punkt), die für alle pädagogisch Tätigen Bedeutung haben, erfordern unterschiedliche Altersgruppen und Tätigkeitsbereiche spezifische Schwerpunktsetzungen in der Ausbildung. Die Studienanteile der Bereiche Fachwissenschaft, Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft, Fachdidaktik und Praktika sind je nach Aufgabe und Anforderungen des künftigen Tätigkeitsbereichs und der zu unterrichtenden Altersklasse, bei gleicher Ausbildungsdauer, im entsprechenden Ausmaß zu forcieren. Die kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft, ihren Grundlagen, Strukturen, Ein- und Ausschlussmechanismen, sowie die Verortung und Funktion von Bildungseinrichtungen innerhalb des Gesellschaftssystems fordern wir als Inhalte für alle pädagogischen Ausbildungen; unter Einbezug von Gender Studies, Migration Studies, Queer Studies, Postcolonial Studies u.a.
• Praxiserfahrung in pädagogischen Tätigkeitsbereichen soll während der gesamten Ausbildung zentraler Bestandteil sein: Hospitationen, Beobachtungen und selbstverantwortliches pädagogisches Handeln; professionell begleitet von Reflexion
und Austausch über die Praxiserfahrung. Die Verknüpfung von wissenschaftlicher Theorie, Handlungskonzeption und Praxis ist Grundlage für professionelle und reflektierte pädagogische Praxis.
• Die Arbeit von KindergartenpädagogInnen, LehrerInnen und anderen, die im pädagogischen Bereich tätig sind, ist gleichermaßen wichtig und muss dementsprechend gesellschaftliche Anerkennung bekommen und gleich entlohnt werden, was keine Nivellierung nach unten bedeuten darf. Eine unterschiedliche Bezahlung von LehrerInnen in verschiedenen Schulstufen und Schultypen halten wir für unangemessen.
• Kinder und Jugendliche in Bildungseinrichtungen kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Daher braucht es auch pädagogisch Tätige unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Geschlechter und mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen. Dies soll von Seiten der Politik und den Ausbildungsstätten durch gezielte Maßnahmen forciert werden, um Mechanismen von Privilegierung und Ausschluss entgegen zu wirken.
• Forschung und Beteiligung an Forschungsprojekten sollen Teil der Ausbildung sein.
• Pädagogisch Tätigen sollen die Möglichkeiten zum Umstieg innerhalb des pädagogischen Bereichs offenstehen. Bisher absolvierte pädagogische Ausbildungen sowie Vorerfahrungen werden bei einem Umstieg, der mit entsprechender Umschulung verbunden ist, anerkannt. Ebenso muss der Ausstieg aus dem Lehrberuf und der Umstieg in andere Berufsfelder ermöglicht werden.
• Quereinstieg in pädagogische Berufe soll ermöglicht, gefördert und eine entsprechende Bildung und Ausbildung, die Vorerfahrungen und bisher erworbene Kompetenzen berücksichtigt, angeboten werden.
• Weiterbildung muss auch an Universitäten angeboten und an aktuelle Forschung gekoppelt werden. Pädagogisch Tätige sollen auch nach der Ausbildung Zugang zur Universität haben, um sich weiterbilden und an Forschungsprojekten teilnehmen zu
können.
verfasst von der Arbeitsgruppe KunstLALA* Stand: 9.2.2010
Für Rückmeldungen bitte Mail an: Kunstlala@gmail.com
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Gesammelte Informationen zur momentanen Situation der Lehramtsstudien in Österreich
Stand, Donnerstag, 26. November 2009 (wird evt. noch überarbeitet)
INFO zusammengestellt von Mitgliedern der Agru Kunstlala
Die Arbeitsgruppe künstlerisches Lehramt/ Lehramt allgemein (kunstlala)
wurde gegründet, um sich inhaltlich mit der LehrerInnenausbildung und Schule, sowie mit Bildungspolitik im allgemeinen auseinanderzusetzen.
Bei Interessen, Fragen oder wenn jemand interessante Infos zum Thema hat: Mail an kunstlala@gmail.com
Bitte auch auf mögliche Fehler und oder Verwirrungen aufmerksam machen! Danke
Inhalt:
- Momentaner Informationsstand zum Lehramt
- ExpertInnenkommission LehrerInnenausbildung NEU
- Fragebogen der Ministerien für Lehramtsstudierende
- Chronologie der Ereignisse im Zuge der Proteste, betreffend die Lehramtsstudien
- Zur Umsetzung des Bologna Prozesses (in Österreich) allgemein
1. Momentaner Informationsstand zum Lehramt
a) ExpertInnenkommission LehrerInnenausbildung NEU
Derzeit tagt eine ExpertInnenkommision LehrerInnenausbildung Neu, die ihre Ergebnisse zur Umstrukturierung der LehrerInnen(aus)bildung in Österreich voraussichtlich bis Ende Dezember/ Anfang Jänner präsentieren wird.
Informationen des BMUKK und des BMWF http://www.bmukk.gv.at/schulen/lehr/labneu/index.xml und http://www.bmwf.gv.at/neuigkeiten/lehrerinnenausbildung_neu/
Da diese Kommission unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt/diskutiert, gibt es keine konkreten Information, jedoch einige Befürchtungen und Gerüchte:
- Allgemein
- BA (Bacherlor)/ MA (Master) für die Lehramtsausbildung; sehr wahrscheinlich, da eine gemeinsame Ausbildung anvisiert wird und die PHs (Pädagogische Hochschulen) ja schon mit BA abschließen. Wenn man die Gesamtschule mitbedenkt, wäre eine gemeinsame LehrerInnenausbildung ein logischer Schluss.
- Es gäbe aber auch die Möglichkeit alle Pädagoginnen/Pädagogen (Kindergarten, Schule) auf der Universität auszubilden!
- Befürchtung, dass es den Master einerseits nicht für alle und andererseits evt. nur für administrative Tätigkeiten bzw. DirektorInnen, etc. geben wird.
- Im jetzigen Dienstrecht sind BA Abschlüsse b-wertig, das heißt: Mit BA Abschluss verdient man weniger als mit Diplom. Befürchtung, dass die Ausbildung danach ausgerichtet wird, billigere LehrerInnen, die schnell mit der Ausbildung fertig sind, zu bekommen (in Hinsicht auf den kommenden, verstärkten LehrerInnenmangel)
und
- die damit einhergehende geringe Qualität der Ausbildung/Bildung.
- Die Einführung BA/MA hierarchisiert einerseits die Hochschulabschlüsse und schafft in Folge auch eine Hierarchisierung in der Berufswelt. Daher ergibt sich die Frage: Wie würde sich so eine Art der Umstrukturierung auf die Berufswelt von Pädagoginnen/Pädagogen auswirken?
- bezüglich der künstlerischen Lehramtsfächer (BE, WE, TG, ME)
- Da schon länger Befürchtungen bezüglich Stundenkürzungen, Fächerzusammenlegung in Kombination mit Stundenkürzungen oder gar die Abschaffung dieser Fächer („Unterrichtsprinzip Kunst“, das sich durch alle Fächer ziehen soll, anstatt der konkreten Fächer) im Raum stehen, werden diese durch die geplanten Umstrukturierungen verstärkt.
b) Fragebogen der Ministerien für Lehramtsstudierende
Von den beiden Ministerien BMUKK und BMWF wurde ein Fragebogen für Lehramtsstudierende an das IFES in Auftrag gegeben, der an alle Lehramtsstudierenden gesendet werden soll. Es besteht die Befürchtung, dass der Fragebogen als Legitimation für die von der ExpertInnenkommission LehrerInnenausbildung Neu erarbeiteten Vorschläge herangezogen wird. Die Lehramtsstudierenden der Universität für Angewandte Kunst haben ein Statement verfasst, warum sie diesen Fragebogen ablehnen.
Stellungnahme zum Fragebogen: Befragung der Lehramtsstudierenden
Sehr geehrte Minister_innen des BMUKK und des BMWF,
die von Ihren Ministerien ausgehende Befragung aller Lehramtsstudierenden wurde von den Studierenden (Lehramt) der Universität für angewandte Kunst mit großem Interesse zur Kenntnis genommen.
In Anbetracht der derzeitigen Situation an Österreichs Universitäten ist es auch in unserem Interesse ein qualitatives Stimmungsbild betreffend der Lehrer_innen”aus”bildung zu erhalten. Der von Ihnen ausgesendete Fragebogen beinhaltet aus unserer Sicht keine ausreichende Auseinandersetzung mit den Inhalten und Rahmenbedingungen des Studiums. Die darin gestellten Fragen sind großteils tendenziös und suggestiv. Es wird der Eindruck erweckt, Studierende könnten an grundlegenden Entscheidungsprozessen partizipieren, während der Fragebogen lediglich zur Legitimierung bereits bestehender Entwicklungen zu dienen scheint.
Die Studierenden des künstlerischen Lehramts an der Universität für angewandte Kunst lehnen diese Form der Befragung aufs Schärfste ab und haben sich entschlossen den konkreten Fragebogen zu boykottieren. Vielmehr fordern die Studierenden eine qualitative Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen der Lehrer_innen, Schüler_innen und Lehramtsstudierenden.
Die Studierenden des künstlerischen Lehramts an der Universität für angewandte Kunst
Dieser Stellungnahme schließen sich an:
Die Studierenden des künstlerischen Lehramtes der Akademie der bildenden Künste Wien
2. Chronologie der Ereignisse im Zuge der Proteste, betreffend die Lehramtsstudien
Seit 20. Oktober Proteste/ Besetzung an der Akademie der bildenden Künste Wien
- Ausgangssituation: Es wurde befürchtet, dass in den Leistungsvereinbarungen die Umstellung der Bildenden Kunst auf BA/MA festgelegt wird.
- Leistungsvereinbarungen = Verhandlungen zwischen Rektorat und BMWF zu Budget und Entwicklung der Universität, gültig für drei Jahre
- Gleichzeitige Aufforderung an das Rektorat, sich in den Leistungsvereinbarungen an den Entwicklungsplan zu halten.
- Durch diesen Protest wird bekannt, dass ein Passus zur Umstellung der Lehramtsstudien an der Akademie in Abstimmung mit den anderen Lehramtsstudien in Österreich in den Leistungsvereinbarungen steht.
- Durch die Kombinationspflicht der Lehramtsfächer muss eine Umstrukturierung der Ausbildung für alle Fächer gemeinsam erfolgen
- Aufforderung von Lehrenden und Studierenden an der Akademie an das Rektorat und das BMWF durch einen offenen Brief, diesen Passus zu streichen oder zu modifizieren, damit die Akademie der bildenden Künste nicht als Vorreiterin einer Entwicklung gilt, die so nicht im Entwicklungsplan steht und von sehr vielen kritisiert wird.
- Dem wurde nicht Folge geleistet
- Warten auf die Ergebnisse der ExpertInnenkommission
Wichtige Homepages, Links zu den Protesten u.a.:
Unsere Uni: http://unsereuni.at
Protest/ Besetzung an der Akademie der bildenden Künste:
Squatting teachers: http://unsereuni.at/wiki/index.php/Squatting_Teachers_AG
Wichtige Links zu den Infos von BMUKK und BMWF
LehrerInnenausbildung
http://www.bmukk.gv.at/schulen/lehr/labneu/index.xml
http://www.bmwf.gv.at/neuigkeiten/lehrerinnenausbildung_neu/
Neue MittelSchule: ExpertInnenkommission
http://www.bmukk.gv.at/schulen/bw/nms/ek.xml
LeherInnendienstrecht
http://www.bmukk.gv.at/schulen/lehrdr/index.xml
3. Zur Umsetzung des Bologna Prozesses (in Österreich) allgemein
Hinweis: Die BA/MA-Debatte ist EINE Interpretation der europäischen Direktive, da in der Bologna-Deklaration selbst lediglich von zwei Hauptzyklen des Studiums die Rede ist, die entsprechend ausgewiesen sein sollen. Dies bedeutet, dass der Bologna Prozess keine BA/MA Studienarchitektur vorschreibt.
Wichtige Homepages, Links zum Thema Bologna Prozess und dessen Umsetzung (kleine Auswahl)
FAZ online Artikel: Die Bologna-Blase ist geplatzt (Bezug Deutschland)
Im Anhang der Text „Das Paradoxon von Bologna“ von Marion von Osten
Broschüre zur Umsetzung des Bologna Prozesses in Österreich(vom BMWF!)
http://www.bmwf.gv.at/fileadmin/user_upload/europa/bologna/bologna-bericht_2009.pdf
Deklarationen etc. der MinisterInnentreffen
http://www.bmbf.de/pub/sorbonne_declaration.pd
http://www.bmbf.de/pub/bologna_deu.pdf
http://www.bmbf.de/pub/prager_kommunique.pdf
http://www.bmbf.de/pub/berlin_communique.pdf
http://www.bmbf.de/pub/bergen_kommunique_dt.pdf
http://www.bmbf.de/pub/Londoner_Kommunique_Bologna_d.pdf
http://www.bmbf.de/pub/leuvener_communique.pdf
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Stellungnahme der ExpertInnenkommission
zum Fragebogen
Vermerk
Befragung von Lehramtsstudierenden – IFES
Als Vorsitzender der ExpertInnengruppe: LehrerInnenbildung NEU – Die Zukunft derpädagogischen Berufe halte ich fest, dass die von IFES in Kooperation mit dem BMUKK und dem BMWF durchgeführte Befragung der Lehramtsstudierenden nicht auf Anregung der ExpertInnengruppe LehrerInnenbildung NEU erfolgt.
Die ExpertInnengruppe war nicht in die Erstellung des Fragebogens eingebunden, die Ergebnisse werden nach Maßgabe des derzeitig abschätzbaren Zeitplanes nicht in die Konzepterstellung der ExpertInnengruppe einfließen können.
Unbeschadet der Einschätzung des Fragebogens insgesamt halte ich persönlich fest, dass die Erhebung der Meinung der unmittelbar von Weiterentwicklungen der LehrerInnenbildung Betroffenen – in diesem Fall der LehramtsstudentInnen – einen sinnvollen Beitrag zu einem qualitativen öffentlichen Diskurs darstellen kann.
In diesem Sinne können Ergebnisse dieser Befragung, sorgsam bewertet und
reflektiert, einen wichtigen Beitrag zu dem im 1. Halbjahr 2010 vorgesehenen, auch persönlichen, öffentlichen Diskurs leisten.
Peter Härtel
Vorsitzender
ExpertInnengruppe: LehrerInnenbildung NEU –
Die Zukunft der Pädagogischen Berufe
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Ergebnisprotokoll der IKL Vollversammlung am 17.11.2009
anwesend etwa 100 Studierende, Lehrende und allgemeines Universitätspersonal
vorbereitet und protokolliert von einigen Mitglieder der AG Kunstlala
Tagesordnung:
* Chronologie der Entwicklungen
* ExpertInnenkommission LehrerInnenausbildung Neu
* Info update Vernetzung mit der Angewandten
* Bologna Broschüre des BMWF
* Fragebogen an Lehramtsstudierende
* Lehre – Zeugnisse
* künstlerische Lehramt/ Lehramts allgemein AG
* Bildungsaktionstag
* Sprachregelung
Chronologie
Proteste/ Besetzung an der Akademie, weil befürchtet wurde, dass in den Leistungsvereinbarungen die Umstellung der Bildenden Kunst auf BA/MA, Aufforderung an das Rektorat sich in den Leistungsvereinbarungen an den Entwicklungsplan zu halten.
Dadurch wird bekannt, dass ein Passus zur Umstellung der Lehramtsstudien an der Akademie in Abstimmung auf mit den anderen Lehramtsstudien in Österreich in den Leistungsvereinbarungen (= Verhandlungen zwischen Rektorat und BMWF zu Budget und Entwicklung der Universität 2010-2012) steht.
Aufforderung von Lehrenden und Studierenden an der Akademie an das Rektorat und das BMWF durch einen offenen Brief, diesen Passus zu streichen oder zu modifizieren, damit die Akademie der bildenden Künste nicht als Vorreiterin einer Entwicklung gilt, die so nicht im Entwicklungsplan steht und von sehr vielen nicht für gut geheißen wird.
ExpertInnenkommission
Derzeit tagt eine ExpertInnenkommision LehrerInnenausbildung Neu, die ihre Ergebnisse zur Umstrukturierung der LehrerInnen(aus)bildung in Österreich voraussichtlich bis Ende Dezember/ Anfang Jänner präsentieren wird.
Informationen de BMUKK auf: http://www.bmukk.gv.at/schulen/lehr/labneu/index.xml
Info update Vernetzung mit der Angewandten
Die Situation der Studierendenproteste und der Thematik der BA/MA-Stukturen, vor allem in Hinblick auf die Bedeutung solcher Studienstrukturen für das Lehramt wurden in einem Treffen zwischen einigen Lehrenden am IKL und Barbara Putz-Plecko von der Universität für Angewandte Kunst diskutiert.
Eine weitere Vernetzung wird angestrebt.
Auch auf Ebene der Studierenden gibt es Vernetzung > siehe AG künstlerisches Lehramt/ Lehramt allgemein (kunstlala)
Broschüre des BMWF zum Bolgna Prozess
Das Ministerium hat eine Broschüre zur Umsetzung des Bologna Prozesses herausgegeben, die online zugänglich ist unter http://www.bmwf.gv.at/fileadmin/user_upload/europa/bologna/bologna-bericht_2009.pdf und in großer Zahl als Printversion fürs IKL angefordert wurde.
Bericht von österreichweiten Recherchen innerhalb der Universitäten der Künste und im Besonderen von Graz, wo ein Diplomstudium für Musikerziehung und Instrumental-Musikerziehung seit 1. Oktober 2009 in der Curriculums-Konzeption so gestaltet ist, dass die BA/MA-Einführung darin 1:1 vollzogen werden kann.
Bericht vom einem Workshop zum “Stand der Umsetzung der Bologna-Ziele in Österreich” sowie von Beispielen aus den einzelnen Bundesländern Deutschlands, die bereits Erfahrungen mit BA haben bzw. Profile für diese Studienabschlüsse erstellt haben (z.B. Hessen).
Hinweis: Die BA/MA-Debatte ist EINE Interpretation der europäischen Direktive ist, da in der Bologna-Deklaration selbst lediglich von zwei Hauptzyklen des Studiums die Rede ist, die entsprechend ausgewiesen sein sollen (Frage, die geprüft werden soll: Entspricht unserer Studienplan nicht genau dieser Forderung nach zwei Hauptzyklen?)
Fragebogen
Von den beiden Ministerien BMUKK und BMWF wurde ein Fragebogen für Lehramtsstudierende an das IFES in Auftrag gegeben, der an alle Lehramtsstudierenden gesendet werden soll. Es besteht die Befürchtung, dass der Fragebogen als Legitimation für die von der ExpertInnenkommision LehrerInnenbildung Neu erarbeiteten Vorschläge herangezogen wird. Die Lehramtsstudierenden der Universität für Angewandte Kunst haben dazu ein Statement verfasst, warum sie diesen Fragebogen ablehnen (tendenziöse Fragen, suggestive Fragen…). Die IKL Vollversammlung schließt sich diesem Statement vorläufig an (wurde bereits per Email verschickt).
Die Angewandte wird dieses Statement überarbeiten, wenn nichts dagegen spricht, wird sich die Vollversammlung dem anschließen und sie an Rektorat und Ministerien schicken.
Der Fragebogen kann über die Emailadresse kunstlala@gmail.com angefordert werden.
Lehre-Zeugnisse
Aus Zeitmangel konnte auf die Situation der Lehre im Bezug auf die Proteste und Besetzungen näher eingegangen werden, es wurde nur auf die vielfältigen Möglichkeiten der Verbindung zwischen Lehre und Protest hingewiesen und auf die AG Squatting Teachers: http://unsereuni.at/wiki/index.php/Squatting_Teachers_AG
Ein Akademieweites Lehrendentreffen findet (Achtung Terminverschiebung!) am Freitag, 27.11.2009, 16.00 Uhr, Anatomiesaal am Schillerplatz statt (Einladung siehe unten).
Es wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass Beteiligung an Protest und Besetzung nicht zum Nachteil für Studierende und Lehrende werden soll, sondern dass individuell angebrachte Lösungen dafür gefunden werden, dass Studierende Zeugnisse bekommen und Lehraufträge für externe Lehrende nicht gefährdet werden.
AG künstlerisches Lehramt/ Lehramt allgemein (kunstlala)
Wurde gegründet, bei Interessen oder Fragen Mail an kunstlala@gmail.com und/ oder an die Studienrichtungsvertretungen.
Bildungsaktionstag
Die IKL Vollversammlung fand im Rahmen des Bildungsaktionstages statt. Zur Kundgebung wurde anschließend gemeinsam gegangen.
Sprachregelung
Marion von Osten schlägt vor sich in Zukunft am IKL auf allgemeine Sprachregelungen zu einigen, die etwas von Formulierungen wie “Uns drohen Bachelor und Master Studien” wie sie auf Plakaten im Haus zu finden sind abzusehen, da sie nur unnötig Ängste schüren. Vielmehr sollten eben genau jene Formulierungen verwendet werden, die deutlich machen, dass die Faktizität der Umsetzung von BA/MA in Lehramtsstudien sogar von Seiten des Gesetzgebers vorsichtiger formuliert wird, da die Gesetzesgrundlagen noch nicht geschaffen wurden.
In der UG Novelle heißt es beispielsweise “Die bisher eingerichteten Diplomstudien dürfen weiter angeboten und geändert werden” und lediglich “Lehramtsstudien dürfen ab dem Jahr 2012 umgestellt werden”.
Wichtige Homepages:
Protest/ Besetzung an der Akademie der bildenden Künste: www.malen-nach-zahlen.at
Squatting teachers: http://unsereuni.at/wiki/index.php/Squatting_Teachers_AG
Unsere Uni: http://unsereuni.at/
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